dot.tipp - Kids and Lean – die Frühstückserfahrung

Julian Wild
23. Oktober 2019

Was haben Kinder mit Lean oder Kanban zu tun? Mehr als wir annehmen. In diesem Beitrag implementieren wir Lean- und Kanban-Ansätze in die "Frühstücksbearbeitung". 

Produktion nach Ford

Früher habe ich mir zum Frühstück ein paar Scheiben Brot mit verschiedenen Aufstrichen zubereitet. Dafür habe ich zuerst alle Scheiben geschnitten, dann überall Butter drauf und im Anschluss das, was drauf sollte: Käse, vegetarischen Aufstrich, Marmelade, ... eben genau so, wie Henry Ford die Autos am Fliessband zusammenbauen liess. Nachdem alle Brote zubereitet waren, konnte ich mich hinsetzen und sie zusammen mit einem Kaffee oder Tee geniessen und allenfalls ein paar Nachrichten lesen.

Produktion nach Ford

Die Anforderungen ändern sich

Heute, da ich Kinder habe, zeigt sich, dass Fords Ansatz meinem Morgenritual nicht mehr genügt. Erst recht nicht meinen Prioritäten meinen Kindern gegenüber. Die Anforderungen haben sich also geändert:

Bereite dein Frühstück so, dass du etwas essen kannst auch wenn die Kinder meine Unterstützung in irgendeiner Form benötigen.

Stop starting, start finishing! Also genauer, generiere Wert, optimiere die Durchlaufzeit, vermeide unfertige Produkte. Deshalb schneide ich mir heute eine Scheibe Brot runter, bestreiche sie mit Butter und mache den Aufstrich oder Aufschnitt drauf. Fertig, essbar, Wert generiert. Kommt dann ein "Hilferuf", kann ich darauf reagieren, habe dennoch etwas gegessen, habe keine drei bis vier unfertige Brote rumliegen. Genau, ich habe höchstens ein unfertiges Brot rumliegen. Kommt kein Hilferuf, kann ich das nächste Brot zubereiten und essen. Ob das Nachrichtenlesen heutzutage noch sinnvoll ist oder nicht, soll hier nicht Thema sein.

Software, nicht Autos!

Software, nicht Autos

Schön und gut, Julian, aber wir machen Software, keine Autos. Bei den Prinzipien von Lean Management geht es auch nicht um das Zusammenbauen von Autos, Messinstrumenten oder das Falten von Papierfliegern (einem beliebten Anschauungsbeispiel zur Einführung von Kanban). Es geht darum, "die Produkte exakt auf die Bedürfnisse des Kunden abzustimmen" (s. obigen Wikipedia-Eintrag).

Und das betrifft insbesondere Produkte aus der VUCA-Welt. Und gerade die funktioniert nur mit Software.

Die Fertigung bezieht sich also in dem Fall auf Funktionalitäten, Features, Änderungen, Korrekturen. Und das wird erreicht, indem nicht-fertige Produkte möglichst kurz im System sind. Dafür ist Kanban ein hilfreiches Werkzeug. Mit dessen Hilfe lassen sich zunächst auch die heutigen Ist-Zustände aufzeigen, ohne von vorneherein die (Firmen-)Struktur ändern zu müssen. Danach erst entfaltet Kanban sein volles Potential. Denn der aktuelle Zustand ist nicht der endgültige. Mein System hat sich zuvor an meine Bedürfnissituation angepasst und wird sich auch in Zukunft den Änderungen anpassen müssen. Genauso wie es Toyota selbst auch macht.

Weitere Tipps für die Anwendung von Kanban gibt es in Adrians Blogbeitrag.

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