dot.gastbeitrag - Kollaborations Retrospektiven, fördere und verbessere die Zusammenarbeit zwischen Teams

Renzo Venini
22. November 2018

Wer kennt das nicht: Teams, die enger und intensiver zusammenarbeiten sollten und es doch - aus verschiedenen Gründen - nicht schaffen, im Sinne des Ganzen gemeinsame Ziele effektiv anzugehen.

In vielen Fällen sind fehlende Kommunikation, Stress und fehlender Austausch von Angesicht zu Angesicht Ursache dafür.

Eine „Kollaborations-Retrospektive“ kann Betroffenen helfen, Hindernisse und Missverständnisse selbst aus dem Weg zu räumen. Diese Form der Retrospektive basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Wünsche formulieren, anstatt Anschuldigungen machen oder Forderungen stellen.
  • Positive und wertschätzende Ausrichtung der Gedanken.
  • Raum schaffen, um teamübergreifend in einen Dialog zu gehen.
  • Raum schaffen, um Angebote als Antwort auf die Wünsche zu erarbeiten.
  • Angebote und Massnahmen werden öffentlich, somit mehr Eigenverantwortung.
  • Alle arbeiten mit, somit mehr Verpflichtung.
  • Alle Betroffenen und Beteiligten organisieren sich zunehmend selbst.
  • Regelmässige Wiederholung hilft den Beteiligten, gewonnene Erkenntnis nicht aus den Augen zu verlieren.

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Der Ablauf der Retrospektive ist gleichermassen einfach wie effektiv (so jedenfalls das Feedback, das ich von Teilnehmern erhalte) und kann gut innerhalb einer Stunde durchgeführt werden.

Vorbereitung

  • Pinnwand vorbereiten gemäss Bild – dabei eine Spalte pro Team vorsehen.
  • Post-It und Schreibmaterial bereitstellen.
Durchführung
  1. Bilde teamübergreifende Gruppen, und lass diese Wünsche an die einzelnen Teams aufschreiben (am besten auf Post-Its). Wichtig ist hierbei, die Gruppen teamübergreifend zu mischen, sodass ein Dialog über Teamgrenzen hinweg stattfinden kann. Timebox: 10 Min.
  2. Jede Gruppe präsentiert dann ihre Ergebnisse dem Plenum und beantwortet Verständnisfragen. Timebox: 3 Min. pro Gruppe.
  3. Nun ziehen sich die Teams zurück und schreiben Angebote auf, welche sie aufgrund der an sie gemachten Wünschen anbieten möchten. Timebox: 10 Min.
  4. Die Teams präsentieren im Plenum ihre Angebote. Timebox: 3 min. pro Team.
  5. Jede Person bewertet auf einer Skala von 1-10 die Angebote der jeweils anderen Teams (durch Markierung auf der Werteskala unter den Angeboten). Timebox: 5 Min.
  6. Wenn die durchschnittliche Bewertung eines Teams ungenügend ausfallen sollte (was eher selten der Fall sein wird), kann der Moderator das betroffene Team ermutigen, andere bessere Angebote zu finden.
  7. Den Abschluss der Retrospektive bildet das Sammeln von konkreten Massnahmen (was, wer, bis wann). Es kann gut sein, dass keine weiteren Massnahmen notwendig sind und es einfach genügt, die Angebote in den nächsten Tagen und Wochen im Auge zu behalten. Timebox: 10 Min.

Nachbearbeitung

Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn man die Pinnwand gut sichtbar für alle stehen lässt – das ist Protokoll genug. Bei einer nächsten Retrospektive kann man die Wünsche und Angebote in derselben Weise weiter verfeinern.

Bleibt nur noch viel Erfolg zu wünschen beim Durchführen dieser Retrospektive. Gerne nehme ich Erfahrungen entgegen und stehe jederzeit für Fragen zur Verfügung.

 

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